Alle Artikel von ‘Januar 2004’

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Zeichen setzen

Wie es das Leben so wollte, musste ich vor kurzem einen kleinen Ü?bersetzungstest schreiben und der häufigste Fehler, der mir unterlaufen war, ist: falsche Zeichensetzung.
Es fängt ja schön mit den Kommas an. Einmal sind sie unbedingt nötig, ein anderes Mal nicht. Wie kommt das? Woher soll ich denn nach all den Jahren wissen, wohin nun ein Komma kommt? Worum ein nun gerade hinter dem einen Wort kein Komma gesetzt wird, konnte nicht einmal die Kursleiterin (eine Amerikanerin) sagen. Oder nehmen wir Zahlen. Mann will eine Summe von 1 Million und 1 Cent schreiben, dann sieht das im Englischen so aus 1,000,000.01 und im Deutschen so 1.000.000,01 – gut die Punkte heißen im Deutschen ja nur „Was, du kannst nicht zählen? Na gut, ich helf dir und markier die Tausenderschritte.“

Mir scheint, als hätte der zuständige Beamte beim Erstellen der Sprache irgendetwas vermasselt. Vielleicht hat er ja auch Kaffee auf den Unterlagen verschüttet und so wurden die Zeichen undeutlich. Oder aber er war extrem gelangweilt oder gar künstlerisch veranlagt: „Vielleicht sähe es mit einem Pünktchen hier und einem Strichchen dort ein bisschen schöner aus. Ja, sooooo.“

Eins ist mir jetzt klar, beim nächsten Test werde ich nach der gleichen Strategie vorgehen und auf Nachfragen meiner Dozentin so antworten:
„Das sah einfach schöner aus, so entsteht ein Gleichgewicht im Gesamtbild.“

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Auf den Spuren eines Vergessenen

Dezember 2002

Ebenfalls tiefe Traurigkeit befällt mich, wenn ich an die gestrige Wichtelfeier im Wohnheim denke, die ihren Namen unverdient trägt. Denn eine wirklich Feier war es wohl kaum.

Die Idee einer Feier, bei der man/frau einen (ehemaligen) Bewohner des WH beschenkt ist doch super und zum Jahresende sind sowieso alle etwas lockerer. Also fruchtbarer Boden für eine Feierlichkeit, bei der man benommen vom vielen Glühwein irrsinnige Aufgaben erfüllt, nur um ein Geschenk zu ergattern, dass außer der Belustigung der Zuschauenden bei der Aufreißzeremonie sonst keinen wirklichen Nutzen hat. Aber es soll ja auch niemand in den Bankrott treiben, deshalb dachten die Veranstalter an den kleinsten Euro-Schein bei den Ã?berlegungen zum Preis.

Vor einigen Jahren habe ich mal eine Packung Hundeleckerli bekommen, nur weil ich gesagt hatte, ich hätte einen Hund. Habe ich auch, besser gesagt meine Eltern. Aber dieser Hund ist so klein, dass ihn selbst Smartie-große Hundekuchen vor zahnbrecherische Hindernisse stellen. Naja, ich hab sie dann selbst probiert und mir fast den Kiefer verrenkt. Lustig wars trotzdem, vor allem für meine Tischnachbern. Und es war ein Geschenk mit persönlicher Note.

Der angesprochene Alkoholkonsum und das nahe Jahresende lassen auf gute Stimmung hoffen. Die meisten Referate und Prüfungen sind bis zum nächsten Jahr vorbei und alle freuen sich auf ein Feiern mit Familie, Geschenken und Entenbraten. Warum also nicht die verspannten, vom Hörsall geschädigten Muskel durch kleine Spielchen lockern? Sicher, es war nicht so vorgesehen, dass Addi vor 3 Jahren eine geschlagene halbe Stunde aus Faust rezitiert, aber die Spielchen, wenn teils etwas eindeutig, machten jedem Spaß.

Nachher, das heißt, nachdem man auf der Blockflöte des Zimmernachbarn ein Weihnachtslied zum Besten gegeben und sein Hundekuchen-Geschenk auspackt hat, widmet man sich wieder dem Glühwein und den selbstgebackenen Plätzchen – dessen Herstellung übrigens fast dazu geführt hatte, die Feuerwehr zu rufen. Gegen 2 Uhr morgens sind nur noch wenige im Fersehraum der 5. Etage, um vorzeitig Christi Geburt zu feiern, und tanzen. Aber von Glühwein, Plätzchen und Hundekuchen sind nur noch die Behältnisse vorhanden und der Rest der anfänglich 50 Anwesenden liegt narkotisiert in ihren Betten oder auf/unter den Tischen der restlichen Fernsehräume.

Dies ist natürlich nur eine Möglichkeit eine gemeinschaftliche Weihnachtsfeier zu begehen und kann kaum für alle Feiern dieser Art gelten, aber im Großen und Ganzen besteht eine solche aus folgenden Dingen:

  • Partygäste, die weder Geschenke noch Glühwein fürchten
  • eben genanntem Glühwein in Mengen, die eine Badewanne füllen könnten.
  • Geschenke, die billig aber originell sind – Marzipanbrote und Pralinenschachteln fallen damit weg, es sei denn Ihr beschenkt eure Oma
  • Aufgaben, die die Gäste erfüllen müssen, um ihre Geschenke zu bekommen – schließlich ist bis Fasching, wo man sich das nächste Mal gnadenlos die Kante gibt und bis auf die Knochen blamiert, noch lange hin
  • weihnachtliche oder zumindest leuchtende Ausschmückung des Raumes – ein Weihnachtsbaum ist also Pflicht
  • und zu guter Letzt ein freiwilliger „Paketüberbringer“, der sich in ein traditionell rotes Gewand hüllt, mit tiefer Stimme zu sagen: „Ho ho ho. Seid ihr auch immer artig gewesen?“

Ä?hnlich den deutschen Schülern in der PISA-Studie, schneidete das WH hier nur mangelhaft bis ungenügend ab: Gerade mal 2 von 6 Punkten wurden erreicht, wenn die Erfüllung jeder einzelnen Bedingung einen Punkt brächte.

Immerhin ist bis zum nächsten Weihnachtsfest noch genug Zeit zum Nachdenken.

Trotzdem wünsche ich euch allen frohe Feiertage und einen Guten Rutsch. Ups, der findet wohl oder übel auch im WH statt…

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Ein Hallo an die Gemeinschaft

Dezember 2002
Von Indy an die WH-Group geschickt, ich erlaube es mir einmal, es zu veröffentlichen

Eine tiefe Traurigkeit machte sich am vergangenen Nikolaus-Tag in meiner gepeinigten Seele breit: erstmals seit Jahrzehnten blieben meine blank geputzten Super-Sammler-Rießengroß-Nikolausspecial-Stiefelchen ohne Beachtung – nicht mal eine alte Walnuß hat der alte Sack reingelegt, um mir ne Freude zu machen. Als ich den Typen zufällig am gleichen Tage im Städtchen entdeckte und ihn freundlich auf diesen tragischen Vorgang anprach, hat er nur blöde aus seinem Gewande geschaut und irgendwas unverständliches in seinen weißen Bart gemurmelt – ich hätte mir diesen senilen
Mistkerl gleich dort vorknöpfen sollen… Der müßte doch wirklich am besten wissen,das ich immerfort artig und zuvorkommend war, wie dies halt so meine Art ist – DER SACK !

Ich finde dies geht eindeutig zu weit und ich fordere Euch hiermit alle auf, mit mir gegen diese unmenschliche Vorgehensweise, diese Tyrannei, diese Unverschämtheit und diese eindeutige Missachtung alter Traditionen energisch vorzugehen – die Bewohner unseres Planeten haben ein Anrecht auf Kleinigkeiten vom Nikolausi (ja ich bin sogar etwas versöhnlich gestimmt und hänge ein nettes feines „i“ an seinen Rufnamen – hoffe er bemerkt es auch). Laßt uns eine Aktionsgruppe zum Schutze der Nikolaus-Geschenke-Tradition
gründen – den leeren Stiefeln muß Einhalt geboten werden! Auf zu den „Waffe(l)n“! Nikolausenttäuschte dieser Welt vereinigt EUCH!!!

Ideen und Vorschläge für weitere Vorgehensweisen bei dieser
Aktion sowie Walnüsse sind an den unterzeichnenden Schreiberling zu übermitteln – Vielen Dank und schönen Tag noch.

Indy

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Das universelle Horoskop

Anfang 2003

Raucher-Typ I

Beruflich könnte es besser laufen, wenn Freizeitaktivitäten nicht so anziehend wären und extrem vom sinnvollen Tun ablenken würden. Sicher, Streß ist Sch…, aber – na gut, was solls, vergeßt den ganzen Müll… soziale Interaktionen im Treppenhaus, im Fernsehraum, auf den einzelnen Zimmer und sonst wo machen einfach Spaß und fördern die kommunikative Kompetenz.

Kleiner Tipp: Zigaretten in Großmengen besorgen. Man muß nicht so oft raus, d.h. mehrere Minuten Haben auf dem Zeitkonto!

Raucher-Typ II

Finanziell stehen Sie unglaublich gut da, wenn wir Preise von 1955 hätten. Haben wir aber nicht. Doch was solls. Einen gewissen Lebensstandart wollen Sie sich nicht versagen. Motto? Becs ist besser als Bier! Sparen können oder wollen Sie nicht, nicht wirklich. Sparen heißt für Sie, daß Sie sich von einem/Innen netten Zeitgenossen/Innen gerne mal zu Kaffee und … einladen lassen.
Zum Glück ist Duschen kostenlos.

Kleiner Tipp: Zigaretten in Kleinmengen besorgen. „Kippen sind alle, doch ich geh erst morgen.“ Da kann man sicher so viele Cent sparen, so daß man schon nach 3 oder 4 Jahren einen ganzen Euro zusammen hat.
Ohne Zinsen ! (versteht sich !)

Raucher-Typ III

Sie sind verliebt …oder auch nicht! Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt noch Jungfrau sein – VERGESSEN SIEs! Das ist Schicksal! Chancenlosigkeit steht Ihnen diesbetreffend in dicken Lettern auf die Stirn geschrieben! Finden Sie sich damit ab und genießen Sie, daß Sie niemals auf Alimente verklagt werden oder auf Behördenbögen „alleinerziehend“ ankreuzen müssen.

Sollten Sie bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits in romantischen Dingen erfolgreich gewesen sein, mag das an Ihrer Ausstrahlung liegen! Mit Ihrem Partner verbindet Sie so einiges … ich weiß nur im Moment nicht was!

Kleiner Tipp: Keine Zigaretten kaufen. Lassen Sie sich doch lieber welche geben. Mit Schlauchen kommt man ins Gespräch, es ist billiger und man raucht weniger, d.h.: es ist gesünder.
Ausserdem riechen die Gardinen besser!

Raucher-Typ IV

Ihre Konstitution ist außerordentlich – äh – interessant. Um es mit einem alten Doktorwitz zu sagen… „Bei Ihrer Lebenserwartung lohnt es sich nicht ein Marsgrundstück zu kaufen. Ihre Erben wird es mehr freuen als Sie.“
Ihre Organe lümmeln sich so in der Gegend rum und vertreten alle sozialen Schichten. Da hätten wir on the top „The One And Only Big Boss“. Das Hirn macht den Chef. Arbeitet nicht viel, trägt aber Verantwortung, wirkt dem Luftdruck entgegen, damit die Schädeldecke nicht implodiert, und lässt sich auch von Profis nicht in die Karten sehen. Dann wäre da, am anderen Ende der sozialen Schiene die Leber. Als Schwerstarbeiter an forderster Front in New Student City hat sie eine verhärtete Rolle bei der körpereigenen Giftmüllbeseitigung.

Kleiner Tipp: Oftmals kleine Mengen Zigaretten kaufen, aber nicht rauchen, sondern einem Zwilling geben. Man hat Bewegung (Puls bei 130 verbrennt optimal Kalorien!), raucht nicht und der Zwilling freut sich.

S’O’B

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Die reine Idylle, unsere Klos

Der beste Artikel aus der ersten Ausgabe des klöder adöms, März 2002

immer wieder ein erlebnis besonderer art:
die sanitären einrichtungen unseres wohnheims. abgesehen von ihren qualitäten als zentrum der zwischenstudentischen kommunikation (unisex natürlich) bereichern sie unser leben immer wieder mit tollen erlebnissen. folgen wir also einem beliebigen studenten (oder einer studentin), sagen wir erstsemester, beim zuweilen unvermeidlichen gang zur toilette; natürlich ganz unauffällig, um das ergebnis der untersuchung nicht zu verfälschen.
zuerst einmal wird unser proband auf seinem weg sämtliche zu passierenden türen eingehend auf ihre stabilität hin überprüfen und in der regel wird es nichts zu beanstanden geben. in der toilette angekommen ergeben sich mehrere optionen:
1. der student hat, gemessen an seiner jugend, ein wenig zu tief ins glas geschaut und nun mit den konsequenzen zu kämpfen. man kann davon ausgehen, dass angesichts seiner verfassung in diesem fall keine weiteren erkenntnisse zu gewinnen sind. zumindest hat er es bis hierher geschafft. bleibt zu hoffen, dass morgen jemand die sauerei wegmacht.
2. der student hat ein natürliches bedürfnis das im direkten zusammenhang mit der nahrungsaufnahme steht. er ist im vollbesitz seiner sinne – ein entscheidendes kriterium zur durchführung des versuches.
3. der student möchte sich seiner essensreste entledigen. toiletten scheinen dazu recht gut geeignet, sie verfügen über ein besonders großes loch in richtung klärgrube. auch in diesem falle kann der student zumindest relativ klar denken. er ist jedoch nicht im begriff in direkten kontakt mit den installationen zu treten. dieser fall soll also nicht weiter verfolgt werden.

nehmen wir also an, unser opfer kommt mit absicht nummer 2 zum ort unserer untersuchung. schon beim öffnen der tür bemerkt er einen süßsäuerlichen geruch. da die türen aller kabinen geschlossen aber nicht verriegelt sind beginnt der student ganz links, das ist der kürzeste weg. nach einem augenblick, begleitet von einem urzeitlichen laut, tritt er zurück und schließt die tür. der proband von option 1 hatte aus dem gleichen motiv dieselbe kabine gewählt, jedoch ohne dass sich unsere hoffnung bezüglich der reinigung erfüllt hätte.
die zweite kabine wirkt gleich auf den ersten blick einladend. alles blinkt wie frisch geputzt. nachdem er die tür hinter sich geschlossen hat, beugt sich unser student nach vorn, um den deckel zu öffnen. ein fehler, wie sich sogleich herausstellt. die innenseite des beckens und ein bisschen von der brille sind mit sch? brauner gesäßpaste verziert – lecker! der student, ein eher reinlicher typ (wenn auch einiges gewöhnt) hat das dringende bedürfnis, sich die hände zu waschen. aber da ist noch die andere sache, die hat erst einmal vorrang.
in der nächsten box ist nicht nur der deckel sondern auch die brille hochgeklappt. das fehlen von urinalen veranlasst männliche bewohner immer wieder dazu, ihr kleines geschäft im stehen zu verrichten. die meisten schaffen es, vorher die brille hochzuklappen. unser student findet das o.k., er macht es selber auch nicht anders. aber er hat größeres vor und verspürt jetzt keine lust mehr irgendetwas anzufassen, sofern nicht unbedingt erforderlich. also probiert er zuerst die letzte verbleibende kabine.
wahnsinn! sauber, deckel oben, brille unten und klopapier ist auch in ausreichender menge vorhanden – danke, sonni! der glückliche wischt die klobrille mit papier ab, setzt sich hin und beginnt zu tun weshalb er gekommen, als eine zweite person in die toilette tritt und von links her beginnt die kabinen zu untersuchen: ?urlaut?
deckelklappern??hmmm!?? und dann geht die tür auf, hinter der unser geplagter student sitzt. hat er doch glatt vergessen den riegel rumzudrehen. und es ist ausgerechnet sie, die zwei zimmer weiter wohnt und seit einiger zeit seine träume versüßt? sowas von peinlich!

also geh am besten in der uni oder bei einem kommilitonen in der wg auf?s klo, das spart nerven und außerdem klappt?s mit der nachbarin.

Autor: Grobi

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Unzufriedenheit

Verzweiflung machte sich in mir breit, denn ich saß wieder einmal vor meinem Browser und mir gefiel gar nicht was ich sah. Ich überlegte mir erneut, das ganze hier umzustricken. Und wie ihr seht, hat es geklappt, danke kleiner Hilfestellungen von tuccen.
Ich hoffe, ich ändere meine Meinung nicht innerhlab der nächsten Wochen. Wer halt keine Arbeit hat, macht sich welche.

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Ode an die Scheiße

vom 18.11.2002
Man stelle sich einfach vor, Knorkator interpretieren „Flackerndes Feuer“ mit leicht abgeändertem Text

tödlich gase, balken die brechen
wartets nur ab, ich werde mich rächen
einst werdet auch ihr es verstehen
dass man in scheiße kann untergehen

setzt euch, setzt euch hin zum scheißen
ihr werdet es wohl nie begreifen
ein gar sauber klo
ist auch gut für den popo

doch ihr seid nur ignoranten
habt es gelernt von onkeln und tanten
andrer leute klo
scheißt man doch gerne mal zu

setzt euch, setzt euch hin zum scheißen
ihr werdet es wohl nie begreifen
ein gar sauber klo
ist auch gut für den popo

nimm papier zum arsch abputzen
und danach die bürst? benutzen
denn im becken das ist pflicht
und danach noch im gesicht

setzt euch, setzt euch hin zum scheißen
ihr werdet es wohl nie begreifen
hygiene ist was feines
ich mag es wenn es rein ist

benutzt die spülung, schaut nach der scheiße
wie sie verschwindet im becken ganz leise
und den deckel zu
das kommt leider noch dazu

setzt euch, setzt euch hin zum scheißen
ihr werdet es wohl nie begreifen
mach die türe zu
dann hab ich meine ruh

werdet ihr euch trotzdem nicht setzen
und weiterhin die regeln verletzen
komm ich über euch wie ein geölter blitz
lachet nur, das ist kein witz

setzt euch, setzt euch hin zum scheißen
ihr werdet euch noch mal drum reißen
wenn ihr weiterhin so scheißt
ärgert ihr so den klogeist
und zu meinem glück
scheißt er dann scharf zurück

Autor: pdt & km

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Die Zeit vergeht

Falls ihr euch immer gefragt hat, wieso etwas vorbei ist, obwohl man es gerade erst angefangen hat, dann hab ich sicher nicht die Lösung, aber einen kleinen Ansatz:

Die grundlegenden Dinge kennt ihr, allem voran, jener Rat: Zu allererst sollte man sich nicht ständig fragen, wieviel Zeit habe ich. Denn damit verkürzt man ja nur jene Zeit, die man zur Verfügung hat. Das ist alles altes Gelaber, das wisst ihr genauso wie ich.
Das wirklich revolutionäre an meinem Ansatz ist die Effektivität.

Also, ganz einfach: Ich muss irgendeine Aufgabe erfüllen, für Job, Uni, Schule… Ehe ich lange überlege, wann ich damit beginnen kann, tue ich es einfach. Kurzgesagt: Wenn ich keine Zeit habe, nehme ich mir einfach welche. Das geht natürlich zu zeit-lasten anderer Dinge, aber man muss halt Prioritäten setzen.

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Ein Leben ohne The-Arena

An meine Mitgladiatoren

Ihr kennt das sicher, dass man früher mal ins Internet gegangen ist, um schnell seine emails zu checken oder ein kleines Programm zu laden. Na gut ich gebe zu, ich treibe mich gern im Datenstrom rum und habe Google schneller getippt, als ich es aussprechen kann. Aber als Anfang Januar jemand, unser guter Braini, auf mich zukam und meinte: „Hast du nicht Lust, ein kleines Onlinespiel mitzuspielen?“ dachte ich nur

Warum eigentlich nicht?
Naja, sollte ja auch nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Laut Beschreibung meines guten Brainis hüpft dein Charakter da nur so ein bisschen in der Arena rum und du musst echt nicht viel machen, nur einmal am Tag einloggen… Okay, dachte ich mich, da meldest du dich halt an, die 3 Minuten hat jeder. Gesagt, getan. Wie sehr bereue ich diesen Schritt heute manchmal. Wenn mich nachts Gedanken quälen wie Wie habe ich eigentlich im letzten Kampf abgeschnitten und Wie komme ich am schnellsten zu Gold?
Ja, ihr lacht, aber mal ganz ehrlich: Ihr seid doch genauso! Ihr loggt euch auch mehrmals täglich ein, levelt euch – denn im Grunde ist es kein Spielcharakter, der da in der Arena mit der Waffe um sich schlägt, sondern ihr selbst! Gold, Erfahrung und Ranglistenpunkte sind alles was zählt.
Das geht sogar soweit, dass wir uns im wirklichen Leben mit unseren Titel anreden und aus einem Wildbeuter schnell mal ein „Eure Majestät“ wird, ein anderer schnell mal zum Holzfäller degradiert wird, der sein Leben im Wald fristen muss, obwohl er in real life nicht einmal eine Axt halten könnte. Und wenn ich nur an die Homepage denke: Wie einfach war es doch am Anfang (von der Zeit vor TA will ich gar nicht reden), als nur eine Handvoll Leutchen täglich dort hinschauten, nur um festzustellen, dass man sich die Neuigkeiten schon längst persönlich oder per Telefon gesagt hatte. Unser Webspace langweilte sich sogar etwas. Mehr Mitglieder mussten her. So wurde der Freundeskreis verpflichtet, Papa, Oma, die kleine Schwester, alle mussten sich anmelden und waren von nun an Sklaven des Wildbeuters.

Vorher war alles besser, einfacher, ruhiger, ja fast sogar langweilig.

Stimmt eigentlich, vorher hatten wir nicht soviel Spaß: Wir haben uns nicht zu Senatssitzungen getroffen, sondern hatten immer eine Ausrede nicht bei Pflichtveranstaltungen zu erscheinen. Jetzt kann sich keiner mehr drücken, wenn das Oberhaupt eine Versammlung einberuft. Jeder hat Stimmrecht und muss von diesem auch Gebrauch machen. Wir treffen uns, um Neuigkeiten, die das Arenaleben betreffen, zu bereden. Naja, ihr kennt das ja alle. Aber irgendwie sehne ich mich doch in die Zeit zurück, als Internet noch Internet war und nicht The-Arena hieß.

Mal schnell schauen, wie ich im letzten Kampf abgeschnitten habe…

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Kleine Enttäuschungen

Irgendwie ist man besonders enttäuscht, wenn man nicht die Lorbeeren erntet, die man erwartet hat zu ernten. Ich weiß noch als ich ungefähr 10 Jahre alt war, wollte ich meiner Mutter einen besonderen Gefallen tun und hatte den Plan gefasst, sie mit einer selbst gebastelten Karte zu überraschen.
Also setzte ich mich an meinen kleinen Schreibtisch und bewaffnete mich mit Schere, Buntpapier und Kleber. Zuerst schnitt ich die unterschiedlichsten Formen aus dem Papier und versuchte sie dann auf eine große Karte zu kleben. Zum Schluss suchte ich aus einem ihrer Reimebücher ein besonders schönes Gedicht und schreib es in krakeliger 10jähriger Sonntagsschrift auf die Rückseite des Kartons.
Vollkommen zufrieden und stolz über mein Werk überreichte ich es ihr beim Abendessen. Nicht umsonst hatte ich mein siegessicheres Lächeln aufgesetzt.
Und was erhielt ich als Antwort? „Was hast du angestellt?“
Warum in aller Welt kann man nicht jemanden einen Gefallen tun oder mit einem kleinen Geschenk überraschen, ohne gleich für einen büßenden Sünder oder einen geltungsbedürftigen Egomanen gehalten zu werden? Wie wäre es mit einem Danke gewesen? Gut im Falle meiner Karte kam dieses auch nach 5 minütigem Beteuern, dass ich weder etwas angestellt hatte noch etwas vorhatte noch irgendeine ausgefallene Bettelbitte im Hinterkopf vorbereitete.
Diese Art von Enttäuschungen begegnet mir immer noch, auch wenn ich keine Karten mehr bastle. Aber wie oft hat man sich mit irgendetwas besonders viel Mühe gemacht und wird einfach übergangen? Leider zu oft. Dabei ist ein erfreutes Gesicht das einzige, was man erwartet.
Ich will keine großen Dankesreden und Lobeshymnen oder im Mittelpunkt stehen. Es macht mir einfach Spaß, anderen eine Freude zu bereiten.

Wenn man dann allerdings feststellen muss, dass diese Freude nur meinerseits ist, ist man natürlich enttäuscht. Weiß meine Mutter nicht meine Mühe zu schätzen? Die Zeit und den Aufwand? Ich habe mir mit der schweren Schere in die Finger geschnitten und meine Kleidung war mit mehr bunten Figuren beklebt als die Karte selbst. 😉
Leider war/bin ich nicht besonders lernfähig und bastle immer noch kleine Aufmerksamkeiten. Und ich erwarte immer noch ein Dankeschön.

kruxi
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