Die reine Idylle, unsere Klos

Der beste Artikel aus der ersten Ausgabe des klöder adöms, März 2002

immer wieder ein erlebnis besonderer art:
die sanitären einrichtungen unseres wohnheims. abgesehen von ihren qualitäten als zentrum der zwischenstudentischen kommunikation (unisex natürlich) bereichern sie unser leben immer wieder mit tollen erlebnissen. folgen wir also einem beliebigen studenten (oder einer studentin), sagen wir erstsemester, beim zuweilen unvermeidlichen gang zur toilette; natürlich ganz unauffällig, um das ergebnis der untersuchung nicht zu verfälschen.
zuerst einmal wird unser proband auf seinem weg sämtliche zu passierenden türen eingehend auf ihre stabilität hin überprüfen und in der regel wird es nichts zu beanstanden geben. in der toilette angekommen ergeben sich mehrere optionen:
1. der student hat, gemessen an seiner jugend, ein wenig zu tief ins glas geschaut und nun mit den konsequenzen zu kämpfen. man kann davon ausgehen, dass angesichts seiner verfassung in diesem fall keine weiteren erkenntnisse zu gewinnen sind. zumindest hat er es bis hierher geschafft. bleibt zu hoffen, dass morgen jemand die sauerei wegmacht.
2. der student hat ein natürliches bedürfnis das im direkten zusammenhang mit der nahrungsaufnahme steht. er ist im vollbesitz seiner sinne – ein entscheidendes kriterium zur durchführung des versuches.
3. der student möchte sich seiner essensreste entledigen. toiletten scheinen dazu recht gut geeignet, sie verfügen über ein besonders großes loch in richtung klärgrube. auch in diesem falle kann der student zumindest relativ klar denken. er ist jedoch nicht im begriff in direkten kontakt mit den installationen zu treten. dieser fall soll also nicht weiter verfolgt werden.

nehmen wir also an, unser opfer kommt mit absicht nummer 2 zum ort unserer untersuchung. schon beim öffnen der tür bemerkt er einen süßsäuerlichen geruch. da die türen aller kabinen geschlossen aber nicht verriegelt sind beginnt der student ganz links, das ist der kürzeste weg. nach einem augenblick, begleitet von einem urzeitlichen laut, tritt er zurück und schließt die tür. der proband von option 1 hatte aus dem gleichen motiv dieselbe kabine gewählt, jedoch ohne dass sich unsere hoffnung bezüglich der reinigung erfüllt hätte.
die zweite kabine wirkt gleich auf den ersten blick einladend. alles blinkt wie frisch geputzt. nachdem er die tür hinter sich geschlossen hat, beugt sich unser student nach vorn, um den deckel zu öffnen. ein fehler, wie sich sogleich herausstellt. die innenseite des beckens und ein bisschen von der brille sind mit sch? brauner gesäßpaste verziert – lecker! der student, ein eher reinlicher typ (wenn auch einiges gewöhnt) hat das dringende bedürfnis, sich die hände zu waschen. aber da ist noch die andere sache, die hat erst einmal vorrang.
in der nächsten box ist nicht nur der deckel sondern auch die brille hochgeklappt. das fehlen von urinalen veranlasst männliche bewohner immer wieder dazu, ihr kleines geschäft im stehen zu verrichten. die meisten schaffen es, vorher die brille hochzuklappen. unser student findet das o.k., er macht es selber auch nicht anders. aber er hat größeres vor und verspürt jetzt keine lust mehr irgendetwas anzufassen, sofern nicht unbedingt erforderlich. also probiert er zuerst die letzte verbleibende kabine.
wahnsinn! sauber, deckel oben, brille unten und klopapier ist auch in ausreichender menge vorhanden – danke, sonni! der glückliche wischt die klobrille mit papier ab, setzt sich hin und beginnt zu tun weshalb er gekommen, als eine zweite person in die toilette tritt und von links her beginnt die kabinen zu untersuchen: ?urlaut?
deckelklappern??hmmm!?? und dann geht die tür auf, hinter der unser geplagter student sitzt. hat er doch glatt vergessen den riegel rumzudrehen. und es ist ausgerechnet sie, die zwei zimmer weiter wohnt und seit einiger zeit seine träume versüßt? sowas von peinlich!

also geh am besten in der uni oder bei einem kommilitonen in der wg auf?s klo, das spart nerven und außerdem klappt?s mit der nachbarin.

Autor: Grobi

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