Der Vogel

Seine goldenen Federn werfen das Licht nicht mehr zurück, das sich durch den Spalt der geschlossenen schweren Vorhänge in das dunkle Zimmer drängt. Ein Strahl, grell und schmerzend, trifft sein trübes Auge. Die Lider schließen sich, nur noch einen Spalt breit offen kämpfen sie gegen das gleißende Licht, nur ein Schein der Außenwelt dringt in seinen Körper.
Die Gitterstäbe, stumpf und eng beieinander, sind dicht vor seinen Augen, mehr sieht er nicht. Er kann nicht in das Dunkel des Raumes spähen, so blenden ihn die Strahlen. Er sieht nichts von der Pracht, den reich geschmückten Wänden, einst ein Ort voll Freude und Gesang.

Er erinnert sich nicht mehr an den Tag, als er aufhörte zu singen. Er erinnert sich nur noch an das Licht, das in seinem Auge schmerzt – und doch alles Leben ist, das er hat.

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