Heute ist mir wieder einmal aufgefallen, wie unzureichend die meisten Online-Spiel-Portale für Kinder konzipiert ist.
Unsere Kleine ist ein richtiger Computerfreak (sowiet man das mit 4 Jahren schon sein kann), aber ihr und uns werden beim Betrachten der Seiten immer wieder Steine in den Weg gelegt. Damit meine ich nicht Barrieren im herkömmlichen Sinne (Barrierefreiheit), sondern die schlechte optische Gestaltung oder der fehlende logische Aufbau der Seite. Ich habe mehrere Dokumente/Studien zu Thema Usability für Kinder (z.B. auf usability.ch) gelesen, und kann die meisten Ergebnisse durch unsere eigenen Erfahrungen bestätigen. Einfache Seiten, auf denen sich auch Erwachsene gut zurechtfinden, sind oft auch für Kinder geeignet. Doch dazu später mehr.
Zur Usability kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Geld. Oft muss man für das Spielportal einen monatlichen Beitrag zahlen oder Produkte mit Freischaltcodes kaufen.
Ich habe selbst eine kleine Auflistung der von uns am meisten genutzten Webseiten erstellt, in der ich versuche, die Vor- und Nachteile für Kinder und Eltern aufzuzeigen. Heute erscheint die erste Ausgabe, die anderen folgen in den nächsten Tagen.
Wir besuchen regelmäßig vor allem diese Seiten:
1. TOGGOLINO Club – www.toggolino.de

Überblick
Der Toggolino Club ist eine Portalseite von SuperRTL und richtet sich an Kinder von 3 bis 7 Jahre. Die angebotenen Spiele sind meist Lernspiele und decken viele Zeichentrickserien im TV-Programm ab, z.B. Bob der Baumeister oder Caillou.
Die Website
Die Website ist übersichtlich gestaltet und für eine Auflösung von 1024×768 Pixel optimiert, allerdings wird Macromedia Flash für die gesamte Website vorausgesetzt. Es existiert sowohl ein Kinder- als auch ein Elternbereich, in dem die man (sofern Mitglied im Club) den Lernstand des Sprösslings abfragen kann.
Die Website ist in 2 Teile aufgeteilt: Das Menü mit Bildern der Trickfilmstars und den Hauptteil, in dem die Spiele geladen werden. Keine Popups oder störende Werbung, auf die Kinder klicken und so den Weg zurück vielleicht nicht finden könnten.
Gebühr
Man kann ohne Anmeldung leider nur ein oder zwei Spiele pro TV-Serie ausprobieren; um alle (über 100) Spiele nutzen zu können, muss man sich für einen Probemonat (1,50€/Monat) anmelden. Man wird ohne Kündigung des Testmonats Mitglied für 12 weitere Monate, die jeweils 4,50€ kosten.
Vorteile
Die Spiele sind dem Alter der Zielgruppe entsprechend aufgebaut, ca. 5-10 Minuten lang und meist in den Grundfarben gestaltet. Meist wird die Spielanleitung von einem Charakter gesprochen und zusätzlich als Text dargestellt. Die Lernbereiche erstrecken sich von Farben und Formen erkennen über Zahlen und Buchstaben kennenlernen bis hin zu biologischen und sozialen Bereichen. So kann das spielende Kind etwas über Tiere, den Umgang mit Mitmenschen oder das Alphabet lernen. Wie ich finde, eine ausgewogene Mischung, die bei uns oftmals zu weiteren Fragen seitens unseres Kindes führte. Die angebotenen Informationen wurden regelrecht aufgesaugt und nachher von uns diskutiert.
In regelmäßigen Abständen werden neue Spiele eingebunden, andere aber auch ersetzt.
Vorteilhaft ist im Zusammenhang mit der Gestaltung die einheitliche Navigation auf der Seite und in den Spielen, gleiche Symbole und gleiches optischer Aufbau der Spiele lassen das Kind zum routinierten “Klicker” werden, da es Aufgaben und Bedienung schnell versteht. Des Weiteren hatten wir nie Ladeprobleme oder einen nicht funktionierenden Link.
Nachteile
Sollte man sich entscheiden, 12 Monate einen festen Beitrag zu zahlen, hat das Kind den Großteil der Spiele sicher schon nach kurzer Zeit durchgespielt. Eine kürzere Laufzeit der Mitgliedschaft wäre sicher kundenfreundlicher.
Fazit
Trotz des Mitgliedsbeitrages halte ich die Website aus meiner Erfahrung für eine gute Variante, Kinder spielerisch an das Thema Computer und Internet heranzuführen und auch ein wenig auf die Schule vorzubereiten.
2. Bericht: Magic Kinder
1 Kommentar 29. Januar 2006

